Aus über 500 Bewerbungen aus 72 Ländern wurden fünf Gewinnerteams ausgewählt. Zum ersten Mal ist darunter auch ein Standort in Bonn vertreten: Das Team XTReme aus den USA führte sein Transition-Radiation-Experiment am ELSA-Teilchenbeschleuniger der Universität Bonn durch.
Professor Klaus Desch, verantwortlich für die Beschleunigeranlage ELSA, betont:
“Wir sind stolz darauf, dass wir an der Universität Bonn zum ersten Mal den ELSA-Strahl zur Verfügung stellen können, und freuen uns sehr darauf, ein Gewinner:innenteam bei uns begrüßen zu dürfen. Ich bin sehr beeindruckt vom Vorschlag des Teams XTReme und wir werden unser Bestes tun, um ihnen eine optimale Versuchsumgebung zu bieten. Schließlich sind die BL4S-Teilnehmenden von heute die Wissenschaftler:innen von morgen”
Das Netzwerk Teilchenwelt Bonn unterstützte die fünf Schüler*innen (Avin Gupta, Chuming Li, Ryan Pius, Sanjana Rajaram) während der Vorbereitungszeit, während des zweiwöchigen Aufenthalts in Bonn sowie in der Nachbereitung des Experiments.
“Unser Projekt untersucht die Erzeugung von Übergangsstrahlung, wenn hochenergetische Elektronen mehrschichtige dielektrische Grenzflächen passieren“, sagt das „Team XTReme“ aus den USA vor dem Experiment. „Es ist unglaublich, dass wir es bis hierher geschafft haben und nun durch praktische Experimente an ELSA die Grenzen der Teilchenphysik erweitern können. Wir sind der gesamten BL4S-Organisation sehr dankbar, dass sie dies ermöglicht hat, und freuen uns riesig über diese Chance!”
Vom 10. bis 24. September waren die Schülerinnen vor Ort in Bonn und konnten ihr Experiment am ELSA-Beschleuniger durchführen. In diesem Zeitraum wurden über 50 Messungen, teilweise mit mehr als zehn Millionen Einträgen, vorgenommen. Neben der Messkampagne erfolgten erste Auswertungsschritte, und zum Ende des Projekts konnten erste Hinweise auf den Nachweis von Übergangsstrahlung gefunden werden. Aktuell arbeitet das Team in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen der Universität Bonn an der vollständigen Datenauswertung und einer wissenschaftlichen Publikation.
Das Netzwerk Teilchenwelt Bonn dankt dem Team XTReme, Rasmus Partzsch, Saime Gürbüz, Dennis Proft, Christian Bespin sowie dem gesamten ELSA-Team für die engagierte und motivierte Mitarbeit am Experiment.
Beamline for Schools verbindet wissenschaftliches Arbeiten mit internationalem Austausch und Wissenschaftskommunikation. Neben der Durchführung der Experimente werden auch besonders kreative Videobeiträge und herausragende Outreach-Aktivitäten ausgezeichnet. Die Beteiligung Bonns als Austragungsort unterstreicht die Bedeutung des Standorts für Teilchenphysik, Nachwuchsförderung und Wissenschaftskommunikation – und zeigt, wie das Netzwerk Teilchenwelt Bonn junge Menschen aktiv für Forschung begeistert.