Besucher*innen erwartete ein vielseitiges Programm aus Vorträgen, Mitmachangeboten und persönlichen Gesprächen mit Forschenden. In Workshops bauten die Teilnehmenden unter anderem Nebelkammern und beobachteten darin die Spuren von Teilchen, die für das menschliche Auge normalerweise unsichtbar bleiben. Beim offenen Austausch mit Physiker*innen konnten Fragen zu Quanten, Teilchen, Universum, Kernfusion, Künstlicher Intelligenz, Energie und Klima gestellt werden.
Von Fußballphysik bis Quantencomputing
Auch das Vortragsprogramm machte die große Bandbreite der Physik deutlich. Die Themen reichten von den physikalischen Grundlagen des Fußballspiels über Teilchenphysik und Quantencomputing bis zu Innovationen für eine nachhaltigere Zukunft. Prof. Dr. Tim Salditt von der Universität Göttingen zeigte, wie neue Verfahren der Röntgenbildgebung dreidimensionale Einblicke in den menschlichen Körper ermöglichen – von feinsten Zellstrukturen bis hin zu vollständigen Organen.
Ein besonderer Blickfang stand vor dem denkmalgeschützten Gebäude: Der „Spacebuzz One“ der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erinnerte äußerlich an eine liegende Rakete. Im Inneren des Hightech-Fahrzeugs nahmen die Gäste auf beweglichen Sitzen Platz und begaben sich mit VR-Brillen auf eine virtuelle Reise ins All. Während des Fluges umrundeten sie die Erde, betrachteten den Heimatplaneten aus dem Weltraum und erfuhren mehr über den Klimawandel.
Großes Interesse fanden außerdem die Führungen durch das Physikzentrum. Sie verbanden Einblicke in den heutigen Tagungsbetrieb mit der Geschichte des 1906 errichteten Hölterhoffstifts. Zahlreiche Führungen, Workshops und die abschließende Physikshow waren bereits im Vorfeld ausgebucht.
Ein Ort des wissenschaftlichen Austauschs
Das Physikzentrum wurde am 12. Juni 1976 eröffnet. Es wird von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn betrieben, die Eigentümerin des Gebäudes ist. Heute zählt das Zentrum zu den international etablierten Begegnungsstätten der Physik. Rund 100 Veranstaltungen mit insgesamt etwa 5.000 Gästen finden dort jährlich statt. Forschende aus Deutschland und aller Welt kommen in Bad Honnef zusammen, um neue wissenschaftliche Entwicklungen zu diskutieren, Ideen auszutauschen und Kooperationen anzustoßen.
Physikshow mit eindrucksvollen Experimenten
Den Abschluss des Jubiläumstages gestaltete die Physikshow der Universität Bonn. Studierende präsentierten eindrucksvolle Experimente und erklärten die dahinterliegenden Phänomene anschaulich und unterhaltsam. Damit endete ein Fest, das die Geschichte des Physikzentrums würdigte und zugleich zeigte, was das Haus seit fünf Jahrzehnten auszeichnet: wissenschaftlicher Austausch, persönliche Begegnungen und die Begeisterung für Physik.
Weitere Informationen und Bilder gibt es auf der Website der DPG.